Herbststurm “Herwart”: Berlin vom Fernverkehr abgeschnitten

Source: internet

 

Herbststurm “Herwart” hat den Norden fest im Griff und ist in den frühen Morgenstunden auch in Berlin angekommen. Bei der Berliner Feuerwehr galt von 7.10 Uhr bis 15 Uhr der Ausnahmezustand “Wetter”. Zwischen 4 und 7 Uhr mussten die Feuerwehren zu über 100 Einsätzen ausrücken. Alle Freiwilligen Feuerwehren seien zur Unterstützung alarmiert worden, hieß es. Sechs Einheiten des Technischen Hilfswerks sind ebenfalls im Einsatz. Bis 13 Uhr schnellte die Zahl der Feuerwehreinsätze auf 500 nach oben. Zahlreiche Bäume stürzten um, abgebrochene Äste versperrten vielerorts die Straßen. Am frühen Nachmittag beruhigte sich die Lage dann wieder, nach dem Unwetter setzte sich Sonnenschein über Berlin durch. Insgesamt verzeichnete die Berliner Feuerwehr 500 wetterbedingte Einsätze in 15 Stunden.

Am Schöneberger Ufer stürzte am frühe Morgen ein Gerüst um. Dabei wurde ein Fußgänger auf dem Gehweg schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Auch in Friedrichshain stürzte ein Gerüst an einem Gebäude um, das derzeit saniert wird. In der Uhlandstraße wurde laut Feuerwehr ein komplettes Dach abgedeckt, “Teile liegen auf der Straße”, sagte der Sprecher. Die Pappe beschädigte zwei geparkte Autos. Die Bewohner konnten das Haus zunächst nicht verlassen, weil Teile des Dachs vor dem Hauseingang lagen.

Die U3 musste nach wetterbedingten Schäden vorübergehend zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke unterbrochen werden. Die Fähre F12/F21 wurde wegen des Sturms am Morgen eingestellt. Die Buslinie 218 verkehrte nicht zwischen S-Bahnhof Wannsee und dem Grunewaldturm.

In zwei Fällen fuhr eine S-Bahn gegen einen umgestürzten Baum: in Kaulsdorf und in Schöneberg. Verletzte habe es in beiden Fällen nicht gegeben.

“Herwart” sorgte auch bei der Berliner S-Bahn für Beeinträchtigungen im Zugverkehr:

  • S 1 verkehrt zwischen Wannsee <> Gesundbrunnen und Waidmannslust<>Frohnau und Birkenwerder <> Oranienburg
  • S 2 verkehrt zwischen Lichtenrade <> Blankenburg
  • S 8 verkehrt zwischen Grünau <> Schönfließ
  • S25 verkehrt zwischen Teltow Stadt <> Nordbahnhof und Schönholz <> Hennigsdorf

Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Buch und Blankenburg ist eingerichtet.

Auch auf der S5 gab es einen Schienenersatzverkehr zwischen Strausberg Nord und Mahlsdorf. Die S-Bahn wies darauf hin, dieser auch am Montag weiter bestehen bleibe.

Fernverkehr von und nach Berlin eingestellt

Auch im Bahnverkehr von und nach Berlin kam es zu massiven Behinderungen. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurde die Strecke zwischen Berlin und Dortmund am Morgen gesperrt. Züge in beide Richtungen fallen aus. Auch die Strecke zwischen Berlin und Hamburg wurde gesperrt. Der Zugverkehr Richtung Stralsund und Leipzig wurde ebenfalls eingestellt. Am Berliner Hauptbahnhof bildeten sich vor den Schaltern der Bahn lange Schlangen.

Wegen erheblicher Sturmschäden blieb der Fernverkehr auf den Hauptstrecken gesperrt. Dies betreffe unter anderem die Strecken Bremen-Hannover, Dortmund-Hamburg, Hamburg-Berlin, Berlin-Leipzig, Berlin-Dresden, Hannover–Dortmund und Berlin-Frankfurt, teilte die Bahn mit.

Am Montag, 14 Uhr, sollen laut der Deutschen Bahn folgende Züge wieder fahren:

Hannover – Bremen – Norddeich

Hannover –Berlin

Folgende Strecken würden auch am Montag noch gesperrt bleiben:

Dortmund – Bremen – Hamburg

Hamburg – Berlin

Hamburg – Westerland

Hamburg – Kiel

Hamburg – Lübeck – Puttgarden

Hamburg – Rostock – Stralsund

Berlin – Stralsund

Am Informationsschalter der Deutschen Bahn im Berliner Hauptbahnhof hatten sich am Sonntagnachmittag lange Schlangen von wartenden Reisenden gebildet. Viele schauten besorgt auf die große Anzeigetafel, um festzustellen, ob auch ihre Zugverbindung gestrichen war. Unter ihnen waren auch zwei junge Frauen aus Ueckermünde (Mecklenburg-Vorpommern). Anke Lange und Katja Spitzkat kamen von einer Weiterbildung aus Hannover. Die Bahn hatte ihnen die dreistündige Taxifahrt nach Berlin ermöglicht. “Aber jetzt kommen wir hier nicht weiter”, sagte Anke Lange. “Eben war unser Regionalzug nach Pasewalk noch angezeigt, jetzt ist er gestrichen.” Eigentlich sollten sie und ihre Kollegin am Montagmorgen um sieben Uhr wieder im Krankenhaus-Labor stehen. Doch man habe mit dem Arbeitgeber telefoniert und wegen der schwierigen Rückreise eine Freistellung bekommen. “Die Bahn kann nichts dafür”, sagten sie. “Wenn wir in Berlin bleiben müssen, dann trinken wir noch ein Glas Wein.”

Zurück nach Wolfsburg wollte Ramon Reiß, der übers Wochenende in Berlin war. “Ich will fragen, wie es weitergeht, aber ich bin nicht der Einzige”, sagte er mit Blick auf die lange Schlange der Wartenden. “Zum Glück habe ich morgen keinen wichtigen Termin.”

Die Deutsche Bahn bietet betroffenen Fahrgästen an, die Fernverkehrstickets vom Sonntag innerhalb von vier Wochen kostenlos umzutauschen. Die Zugbindung bei Tickets wurde aufgehoben. Ab sofort ist eine telefonische Sonderhotline geschaltet: Unter 08000996633können Informationen abgerufen werden.

Die Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG) stellte in Brandenburg den Zugverkehr auf den Linien RB46 von Cottbus nach Forst, RB33 von Jüterbog nach Berlin-Wannsee und RE2 zwischen Berlin-Friedrichstraße und Charlottenburg wegen “Herwart” ein.

Zoo und Tierpark bleiben am Sonntag geschlossen. Herabfallende Äste des alten Baumbestandes könnten eine Gefahr für Besucher darstellen, die Tiere würden vorsorglich in Häusern und Stallungen untergebracht. Dieses Mal hätten auch die Flamingos in ihre Ställe gebracht werden können. Bei Sturm “Xavier” waren mehrere der Tiere ums Leben gekommen. Das Aquarium bleibt regulär bis 18 Uhr geöffnet. Die Besucherterrassen an den Flughäfen Schönefeld und Tegel bleiben am Sonntag hingegen aus Sicherheitsgründen geschlossen, wie der Airport via Twitter mitteilte.

Source :

Morgenpost

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*


four × 3 =