“Amoklauf an der Uni”-Student muss strafarbeiten

Foto: Jäger

 

“Ich hasse Jurastudenten und BWL-er! So ein bisschen Giftgas im Audimax (…)”, beginnt in der App “Jodel” eine Chatnachricht, die im Sommer vor einem Jahr die Uni-Leitung zu einer Krisensitzung sowie einen Polizeieinsatz veranlasste. Perplex macht das Verhalten eines hiesigen Studenten, das jetzt Thema im Amtsgericht war: Der bislang unbescholtene junge Mann aus gutem Hause, beide Eltern sind Akademiker, hatte einen Amoklauf an der Uni angekündigt. Das Urteil: Der Student muss zur Lebensberatung und 160 Stunden gemeinnützig strafarbeiten.

“Jodel” ist eine App, deren Nutzer sich in zehn Kilometer Umkreis austauschen. Anonym. Der Angeklagte, der da seit einigen Monaten in Passau Informatik studiert, verkündet Anfang Juni 2016 einfach mal so auf Jodel: “Ab und zu plane ich detailliert Amokläufe, bis ich wieder halbwegs normal bin. Sollte ich deshalb mal zum Arzt gehen?” Etliche Nutzer reagieren darauf. An der Uni laufen gerade wichtige Prüfungen. Drei Tage später äußert derselbe Student sich nachts eindeutiger: Für den konkreten Plan würde er zunächst herausfinden, wann möglichst viele Studierende anwesend seien und wie lange die Polizei bräuchte, um vor Ort einzutreffen. Und weiter: “Ich hasse Jurastudenten und BWL-er. So ein bisschen Giftgas im Audimax und dann vor den Fluchttüren warten, da kriege ich bestimmt schon mal zweistellige Todesopfer.” Seine Motivation sei “Hass und nicht mehr logischer Natur. Suizid ist danach eh alternativlos.”
Ein Mitstudent reagiert erwachsen. Er informiert sofort die Polizei.

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