Angriffe auf Polizei und Rettungskräfte nehmen zu

(Szene nachgestellt) Ein Passant attackiert Rettungskräfte im Einsatz. Foto: Alexander Schmidt

 

In Berlin wurden an Silvester Retter mit Schusswaffen bedroht, in Leipzig Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen: Die Gewalt gegen Rettungskräfte und Polizisten nimmt zu – auch in Bayern. Und das nicht nur an Silvester, sondern beinahe täglich.

“Acht Angriffe auf Einsatzkräfte (u.a. Bedrohung mit Schusswaffen) und 57 Angriffe auf Einsatzfahrzeuge mit erheblichen Sachschäden machen uns sehr nachdenklich und betroffen”, – das twitterte die Berliner Feuerwehr am Neujahrsmorgen.

Mehr Angriffe auf Retter auch in Bayern

Solche gravierenden Fälle gab es in Bayern heuer zwar nicht, doch auch hier nehmen Angriffe auf Einsatzkräfte zu, sagt Rainer Nachtigall, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft: “Als Deutsche Polizeigewerkschaft wissen wir, dass es tatsächlich mehr Gewalt gibt. Das ist klar nachgewiesen anhand der steigenden Zahlen in den letzten 5-7 Jahren. Im Bereich Feuerwehr und Rettungsdienste haben wir keine genauen Zahlen, aber durch den Austausch mit Kollegen wissen wir, dass auch da die Gewalt zunimmt.”

Das große Problem dabei ist, dass Angriffe auch stichhaltig bewiesen werden müssen. Härtere Strafen seien ein erster wichtiger Schritt, so Nachtigall.

Vielschichtige Ursachen

Aggressives Verhalten gegenüber Helfern – das kennt auch Alexander Hameder, Bereichsleiter für den Rettungsdienst bei den Johannitern. Die Ursachen dafür sind vielschichtig, glaubt er. Alkohol und Drogen spielen da oft eine große Rolle, aber nicht nur: “Grundsätzlich auch wahrscheinlich die beschleunigte Zeit, in der wir leben, da fehlt den Leuten einfach das Verständnis, wenn die Zufahrt zugeparkt wird und man mal warten muss – aber wir machen das ja auch nicht zu Spaß. Auch im Informationszeitalter, wenn die Leute fragen, was denn überhaupt passiert ist und man nicht antworten kann.”

In so einer Situation können Rettungskräfte nur versuchen, zu deeskalieren und an die Vernunft der Beteiligten zu appellieren.

Source :

BR

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