Bamberger Behörde verkauft Kryptowährung

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Aus Sorge vor einem Wertverlust verkauft die Staatsanwaltschaft in Bamberg in großem Stil Kryptowährungen aus dem Besitz zweier mutmaßlicher Lizenzbetrüger – und nimmt auf diese Weise eine riesige Summe ein. Doch was nun mit dem Geld passieren soll, ist unklar.

Die bayerische Zentralstelle für Cybercrime hat im Rahmen von Ermittlungen gegen ein Medienportal Kryptowährungen im Wert von mehr als zwölf Millionen Euro aus dem Besitz von zwei Hauptbeschuldigten verkauft. Die Spezial-Staatsanwaltschaft in Bamberg und das sächsische Landeskriminalamt ermitteln in dem Fall seit 2015. Der Gesetzgeber erlaube eine solche Notveräußerung bei noch laufenden Ermittlungen, wenn bei dem sichergestellten Vermögen ein Wertverlust droht, teilte ein Sprecher der Zentralstelle mit.

Weil Kryptowährungen dem Risiko hoher Kursschwankungen bis hin zum Totalverlust ausgesetzt seien, habe man zu diesem Mittel gegriffen. Kurz vor Weihnachten 2017 hatte die älteste und wichtigste Cyber-Devise Bitcoin mit etwa 20.000 Dollar noch ein Rekordhoch erreicht. In den anschließenden Wochen fiel der Kurs jedoch wieder bis auf knapp 6000 US-Dollar zurück. Zuletzt stand er bei etwas über 7200 US-Dollar.

Was mit den nun erlösten zwölf Millionen Euro aus den Verkäufen der Kryptowährungen passiert, ist noch unklar. Sie fließen möglicherweise an Geschädigte, kommen der Staatskasse zugute oder gehen an die Beschuldigten zurück. Das werde erst nach Abschluss der Hauptverhandlung festgelegt, teilte der Sprecher mit.

Portal mit 30.000 Nutzern

Die Ermittlungen gegen die Betreiber der Plattform “Lesen und Lauschen”, die im Juni 2017 gesperrt wurde, gehen indes weiter. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, ohne Einwilligung der Urheber und Lizenzinhaber E-Books, Hörbücher sowie Zeitungen und Zeitschriften zum Download angeboten zu haben. Das Angebot umfasste mehr als 200.000 Titel. Mehr als 30.000 Kunden sollen den illegalen Dienst genutzt haben.

Wann die Staatsanwaltschaft Anklage erheben kann, steht noch nicht fest. Aktuell werten die Ermittler die Kunden- und Bestelldatenbanken der Plattform aus, um den Schaden für die Rechteinhaber beziffern zu können.

Source :

n-tv.de

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