Beate Uhse hofft auf Investor

Beate-Uhse-Filiale. Foto: Christian Charisius/dpa

 

Knapp drei Wochen nach der Insolvenz hat die Erotikkette Beate Uhse einen Verkaufsprozess für das Unternehmen eingeleitet. Es gebe eine Vielzahl von potenziellen Investoren, die dem Unternehmen bereits Interesse signalisiert hätten, teilte die Firma mit. Die Sanierung in Eigenverwaltung läuft indes weiter.

Zu den Interessenten gehörten neben strategischen Käufern auch Finanzinvestoren. “Der hohe Bekanntheitsgrad und die lange Tradition des Unternehmens stoßen ebenso auf Interesse potenzieller Investoren wie unser Kundenstamm”, sagte Vorstandschef Michael Specht.

Beate Uhse hatte Mitte Dezember Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Der Konzern, der seit 2015 in den roten Zahlen steckt, treibt auch die Sanierung aus eigener Kraft voran. Man stehe bereits in aussichtsreichen Verhandlungen über die Gewährung eines sogenannten Massekredits, sagte der Generalbevollmächtigte Justus von Buchwaldt. Bei einem Massekredit hat der Kreditgeber Vorrang gegenüber den Forderungen anderer Gläubiger.

Das Erotikunternehmen Beate Uhse wurde 1946 von Beate Rotermund-Uhse gegründet, einer früheren Luftwaffenpilotin. 1962 eröffnete ihr Unternehmen in Flensburg den ersten Sexshop der Welt. Die Firma entwickelte sich bald zu Europas größtem Erotikkonzern mit Sex-Läden, Kinos und einem Versandhaus. Mit dem Internet begann in den vergangenen Jahren aber der Niedergang, weil Sexfilme kostenlos aus dem Netz heruntergeladen werden können.

Um aus der Schmuddelecke herauszukommen, baute Beate Uhse das Geschäft um und versuchte verstärkt, Frauen als Kundinnen zu gewinnen. Allerdings wurde das Konzept Experten zufolge nur halbherzig verfolgt. Gleichzeitig nahm die Konkurrenz im Internet zu. Firmen wie Amorelie und Eis.de liefen Beate Uhse den Rang ab.

Das Geschäft schrumpfte rapide. Das Unternehmen, für das in Spitzenzeiten mehr als 800 Menschen arbeiteten, zählt heute noch 345 Mitarbeiter in sieben Ländern. Nach 200 Millionen Euro Umsatz vor einigen Jahren erwartet der Vorstand für 2017 noch Erlöse von deutlich unter 100 Millionen.

Die Aktie, die nach dem Börsengang im Mai 1999 bei 25,39 Euro einen Rekord markierte, verlor im Laufe der Jahre deutlich an Wert. Das letzte Mal, dass das Papier mehr als einen Euro kostete, liegt mehr als vier Jahre zurück. Seitdem ist Beate Uhse ein Pennystock. Die Hoffnung auf einen Käufer trieb die Aktie am Vormittag um bis zu 30 Prozent auf 10 Cent.

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