Bundeswehr-Granaten sind ein Risiko für deutsche Soldaten

Source: internet

 

Bei der Bundeswehrausrüstung gibt es immer wieder Berichte über technische Probleme, mangelnde Einsatzbereitschaft und leere Lager. Mitte Oktober wurde bekannt, dass vorübergehend keines der sechs deutschen U-Boote zu einer Mission starten kann. Zudem ist aktuell nicht einmal die Hälfte der 244 Leopard-Panzereinsatzbereit. Neben den Mängeln beim Großgerät tauchen nun auch gravierende Probleme mit alter Munition auf.

Nach Informationen der WELT sollen jetzt neue Treibladungen für 120-Millimeter-Mörser-Munition gekauft werden. Der simple Grund: „Ein sicheres Überschießen der eigenen Truppe und Treffen der Ziele ist nicht mehr gegeben.“ Die Formulierung steht in einer Ausschreibung der Bundeswehr-Beschaffungsbehörde, die dabei auf die Überalterung der Treibladungen hinweist. Dadurch sei es in der Vergangenheit „vermehrt zu ungewollten Kurzschüssen“ gekommen.

Es wird aufgelistet, dass es Fehlfunktionen von Treibladungsringen gab, mit deren Anzahl sich die Flugreichweite der Granaten steuern lässt. Die Gefechtsköpfe und Zünder könnten weiterverwendet werden, aber der Antrieb sei eben überaltert. Eine 120-Millimeter-Mörser-Granate kann je nach Munitionstyp sechs bis acht Kilometer weit fliegen – wenn alles einwandfrei funktioniert.

Die Bundeswehr-Beschaffungsbehörde verweist auf Anfrage darauf, dass für diesen Mörsertyp zwei Munitionsgenerationen im Einsatz sind. Die alte Generation wurde zwischen 1988 und 1991 hergestellt. Über die Jahre habe sich das Zündverhalten der Treibladungen verändert. „Für den Einsatz steht die neue Munition bereits in den Lagern bereit“, betont die Behörde.

Mit den neuen Antrieben könnte die alte Munition dann zu Übungs- und Manöverzwecken noch sicher eingesetzt werden. „Zu keiner Zeit kommt es zu einer erhöhten Gefährdung der Waffenbediener.“ Nach der Ausschreibung sollen bis zum Jahr 2021 in steigenden Raten bis zu jährlich 9000 Treibsätze für Sprenggranaten und bis zu 7000 für Leuchtgranaten bestellt werden. Zu den Kosten gibt es keine Angaben.

Nach den Fachbegriffen der Militärs ist ein Mörser eine Vorderlader-Steilfeuerwaffe, mit der „im indirekten Richten Einzel- und Flächenziele“ bekämpft werden. „Ein Einsatz des Mörsers gegen in oder hinter Deckung befindliche Ziele ist möglich.“ Beim Kaliber 120 Millimeter können Sprengpatronen, aber auch Leuchtpatronen bei Nachtgefechten und Nebelpatronen für das Blenden des Feindes verschossen werden. Diese Art Mörser nutzen Jäger-, Gebirgsjäger- und Fallschirmjägertruppen des Heeres.

Source :

Welt

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*


five × 2 =