Das Buch, das Washington elektrisiert

Donald Trump. Foto: REUTERS/Jim Bourg

 

Fast gewinnen: Das soll von Anfang an der Plan von Donald Trump und seinem Team gewesen sein. Mitmachen, im Rampenlicht stehen – und dann zurück in den Alltag aus Immobiliendeals und Showbiz. Als es dann doch anders kam und Trump als 45. US-Präsident ins Weiße Haus einzog, soll er erst verdattert, dann ungläubig, dann verängstigt und gut eine Stunde später überzeugt gewesen sein, dass er dieses Amt verdient habe und auch fähig sei, es auszuüben.

So beschreibt es Michael Wolff in seinem Enthüllungsbuch “Fire and Fury: Inside the Trump White House”, das in der kommenden Woche erscheint. Wolff will über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren mehr als 200 Interviews geführt haben: auch mit Trump selbst und den meisten Mitgliedern seines Stabs. Darin kritisieren viele Gesprächspartner den Präsidenten, seine Regierung und seine Familie scharf.

Steve Bannon etwa, einst wohl einer der engsten Vertrauten Trumps, attackiert dessen Sohn beispielsweise massiv und wirft Donald Trump junior Verrat vor. Dabei geht es um ein angebliches Treffen mit einer russischen Anwältin in New York. Der Präsident reagierte schnell mit einer wütenden Erklärung und sagte, Bannon habe “seinen Verstand verloren”. Außerdem haben Trumps Anwälte Bannon offenbar in einer Unterlassungserklärung mit rechtlichen Schritten gedroht. Aber nicht nur Bannon wendet sich gegen seinen ehemaligen Chef, andere Insider kritisieren Trump in dem Buch ebenfalls scharf.

Auch wenn viele der teils haarsträubenden Anekdoten so manchen Beobachter in seinem Urteil über Trump und die Zustände im Weißen Haus bestätigen dürften, ist das Enthüllungsbuch mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Denn einige der Informanten könnten auch ein eigenes Interesse daran haben, den US-Präsidenten zu diskreditieren. Die Liste der Menschen, mit denen Trump im Streit auseinandergegangen ist, ist sehr lang.

Autor Wolff ist außerdem umstritten. Ihm wurde in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, die Wahrheit mindestens überdehnt zu haben, wie die “Washington Post” berichtet. Ob die Ausführungen in dem Buch also in Gänze stimmen oder welche Geschichten gegebenenfalls überzeichnet sind, ist noch zu überprüfen.

Sicher ist nur: Den Druck auf Präsident Trump in der Russlandaffäre werden die neuen Details erhöhen. Und darüber hinaus geben viele weitere Enthüllungen einen pikanten Einblick in das Leben Trumps im Weißen Haus.

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