Das Schwimmbad-Sterben in Bayern geht weiter

Foto: Gregor Feindt

 

Das Schwimmbadsterben in Bayern geht weiter. Das zeigt eine erneute parlamentarische Anfrage von SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher. Demnach wurden im Freistaat seit 2016 insgesamt 18 weitere öffentliche Schwimmbäder geschlossen.

Oberbayern traf es am härtesten: Fünf Schwimmbäder wurden dort in den letzten zwei Jahren geschlossen, gefolgt von Niederbayern und Unterfranken mit jeweils vier Schließungen. Auch die Anzahl der Bäder, die dringend saniert werden müssen, ist deutlich angestiegen. Wie aus der Antwort des bayerischen Innenministeriums hervorgeht, waren es im August 2016 noch 299 sanierungsbedürftige Bäder, inzwischen sind es 446. Demnach ist mittlerweile jedes zweite Schwimmbad in Bayern sanierungsbedürftig, 55 Schwimmbädern droht aktuell sogar die Schließung.

Rinderspacher zufolge weigert sich der Freistaat, die Kommunen bei notwendigen Sanierungen zu unterstützen, obwohl die Kommunen dies selbst nicht stemmen könnten. Viele Kommunen seien nicht mehr in der Lage, die anfallenden Sanierungen durchzuführen und die laufenden Betriebskosten für ihre Bäder zu bezahlen, erklärt Rinderspacher: “So können die bayerischen Schulen den Schwimmunterricht nicht mehr im notwendigen Umfang durchführen. Schwimmkurse sind aber wichtig, um Badeunfälle zu verhindern. Im Freistaat wurden in den vergangenen fünfzehn Jahren knapp 80 öffentliche Schwimmbäder dichtgemacht.”

Markus Rinderspacher fordert deshalb einen Sonderfonds in Höhe von mindestens 30 bis 50 Millionen Euro. Die staatliche Förderung sollte in Härtefällen bis zu 100 Prozent betragen, sofern die Kommunen keine Eigenmittel aufbringen könnten.

Laut dem Finanzausgleichsgesetz fördert der Freistaat Bauinvestitionen für kommunale Hallenbäder, soweit diese im erforderlichen Umfang Schulsportzwecken dienen. Von einer 100-Prozent-Kostenübernahme ist darin allerdings nicht die Rede.

Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft kann bereits jedes zweite10-jährige Kind nicht schwimmen. Ein Grund dafür sei, dass immer weniger Kinder und Jugendlichen das Schwimmen im Sportunterricht erlernen würden. Wie in den Vorjahren ertranken im Jahr 2017 im Bundesländervergleich die meisten Menschen abermals in Bayern (86). Baden-Württemberg (38) folgt nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 55 Badetoten.

Source :

BR

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