Deutschland ist nach Vergewaltigung einer Studentin schockiert

In Freiburg vergewaltigen zehn Männer eine Studentin. Acht Verdächtige sind schon in U-Haft, darunter sind sieben junge Syrer. Der Fall bewegt ganz Deutschland.

Bild: Thomas Niedermüller

 

In der südbadischen Universitätsstadt Freiburg liegen die Nerven blank. In einer Samstagnacht Mitte Oktober wurde eine 18-jährige Studentin in einem Wäldchen in der Nähe des Eingangs einer Freiburger Universität von mehreren Männern vergewaltigt. Acht mutmassliche Täter hat die Polizei seitdem in U-Haft genommen, sieben davon sind Syrer zwischen 19 und 29 Jahren und Asylbewerber. Viele Einwohner sind schockiert.

Seitdem die Gruppenvergewaltigung Freitag vor einer Woche bekannt wurde, ist sie deutschlandweit Medienthema. Am Montagabend nahmen in Freiburg 550 Personen an einer Demonstration der ausländerkritischen Alternative für Deutschland (AfD) teil, zu zwei Gegendemonstrationen kamen 2000 Teilnehmer. Während AfD-Anhänger bürgerkriegsähnliche Zustände kritisierten, ging es laut Polizei überwiegend friedlich zu.

Zwei neue DNA-Treffer

Gestern stellten sich Polizei und Staatsanwaltschaft erstmals im Rahmen einer Pressekonferenz den Fragen der Medien. Wie sich erst am Morgen herausstellte, gab es zwei neue DNA-Treffer. Sie können zwar noch keinen Personen zugeordnet werden, erhöhen aber die Zahl der mutmasslichen Täter auf zehn. Die Freiburger Öffentlichkeit ist durch die Tat tief verunsichert. Erst vor zwei Jahren war eine junge Frau, die mit dem Velo am Fluss Dreisam unterwegs war, von einem afghanischen Asylbewerber vergewaltigt und ermordet worden. Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft bemühen sich seitdem im Rahmen einer Sicherheitspartnerschaft die Situation zu verbessern.

In Bezug auf Gewalt, Raub und Strassenkriminalität ist dies laut Polizeipräsident Bernhard Rotzinger gelungen. Anders sieht das bei Sexualdelikten aus. «Hier setzt sich der Trend stark fort.» Die Täter seien zu etwas über 50 Prozent Nichtdeutsche, obwohl diese nur 17 Prozent der Wohnbevölkerung stellen. «Sie sind weit überrepräsentiert.»

Mehrzahl der Fälle wird aufgeklärt

Erst im Juni war im Freiburger Colombipark eine Frau vergewaltigt worden. Der mutmassliche Täter, der verhaftet wurde, war Syrer. Rotzinger betonte, dass die absolute Zahl der Sexualdelikte mit 172 im Jahr nicht «dramatisch» sei. Dazu gehöre auch sexuelle Belästigung. Ausserdem würden Sexualdelikte oft im Nahbereich stattfinden, will heissen, Opfer und Täter kennen sich bereits. 70 Prozent der Fälle werden aufgeklärt.

Dies war auch der Fall bei der Vergewaltigung einer 20-Jährigen, die 2017 in der Wohnung des Haupttäters stattfand. Zwei der Täter waren auch an der Gruppenvergewaltigung im Oktober beteiligt. Dazu gehört der Hauptverdächtige. Er soll der 18-Jährigen in der Freiburger Diskothek eine Ecstasy-Tablette verkauft und ein Getränk gegeben haben, das sie betäubte. Wegen Drogenhandel, Gewalt- und Sexualdelikten lag gegen ihn als Intensivtäter ein Haftbefehl vor. Die Festnahme war für den 23. Oktober geplant – die Gruppenvergewaltigung geschah zwei Tage vorher.

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