Ermittlungen gegen Überlebende

Rettungskräfte in Südtirol. Foto: Walter Wegmann/Video Aktiv/dpa

 

Nach dem Lawinenunglück in Südtirol, bei dem ein Mädchen und seine Mutter starben, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen alle überlebenden Teilnehmer der Skitour. Es müsse festgestellt werden, wer eine ausschlaggebende Rolle eingenommen habe, teilte die Justizbehörde im italienischen Bozen mit.

Eine Frau und ihre elfjährige Tochter aus Ludwigsburg in Baden-Württemberg waren am Mittwoch im Skigebiet Haideralm im Vinschgau von einer Lawine mitgerissen worden. Sie konnten beide geborgen worden, starben aber kurz darauf. Der Vater nahm an der Tour mit insgesamt neun deutschen Sportlern abseits der Piste ebenfalls teil. Der Mann überlebte.

“Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen alle Personen, die an der Abfahrt abseits der Piste teilgenommen haben”, so die Behörde. In den vergangenen Tagen seien die Zeugen vernommen worden. “Da die Ursache des Todes der zwei Opfer klar ist, wird keine Obduktion durchgeführt”, hieß es.

Es müsse jetzt unter anderem die Dimension der Lawine überprüft werden. In Italien sei ein Verhalten, das ungewollt eine Lawine auslöst, eine Straftat. Wenn Menschen dadurch sterben, könne fahrlässige Tötung vorliegen.

Laut der Nachrichtenagentur Ansa wurde die Mutter unter einer einen Meter dicken Schneedecke in der Nähe ihrer Tochter gefunden. Das Schneebrett sei bis zu 150 Meter breit gewesen.

Vermutlich seien nicht alle Mitglieder der Gruppe aus Deutschland für eine Tour im Gelände ausgerüstet gewesen, so die Agentur unter Berufung auf Retter. Nur einige von ihnen hätten beispielsweise einen Lawinenpiepser gehabt, mit dem man Verschüttete schneller finden kann. An dem Tag herrschte in der gesamten Region erhebliche Lawinengefahr.

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