Fahrgastverband fordert schnellen Ausbau des Bus- und Trambahnnetzes

Trambahn München. Foto: picture-alliance/dpa

 

Die Aktion Münchner Fahrgäste und die Grünen im Stadtrat begrüßen das große Ausbauprogramm für die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt. Allerdings müsste der Ausbau ihrer Meinung nach viel schneller gehen.

Dass die neuen U-Bahnlinien für München und neu geplante Tramstrecken erst in 20 oder 30 Jahren fertig werden sollen, das dauert der Aktion Münchner Fahrgäste viel zu lang. Bis dahin müsste viel im Kleinen passieren, so der Verband: Jetzt sollten zuerst mehr Busse angeschafft werden, das Münchner Busnetz ausgebaut und die Takte verdichtet werden. Außerdem müssten bei der Tram die Linien schneller gebaut werden, die schon fast fertig geplant sind, heißt es von den Grünen – also die Tram-Westtangente über fünf westliche Stadteile von Laim bis Solln. Das sei schlicht zu spät, wenn die erst 2025 fertig sein soll.

Pläne im Stadtrat vorgestellt

SPD und CSU im Stadtrat haben am Donnerstag eine große Ausbauoffensive für den öffentlichen Nahverkehr in München beschlossen. Man einigte sich darauf, dabei verstärkt auf Trambahnen und U-Bahnen zu setzen und das Netz auszubauen – für insgesamt rund 5,5 Milliarden Euro. Allerdings sollen 20 bis 30 Jahre vergehen, bis die neuen U-Bahn- und Tramlinien fertig sind.

“Es ist die erste wirklich große U-Bahn- und ÖPNV-Offensive seit Jahrzehnten”, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Die beiden Koaltionspartner im Münchner Rathaus haben darin alle Projekte aufgelistet, die sie sich für die nächsten Jahrzehnte wünschen und auf eine Priorisierung vorerst verzichtet. Nun sollen zuerst alle Projekte gleichzeitig mit “mittlerer Tiefe” vorgeplant werden. Welche Strecken zuerst in Angriff genommen werden, wollen die Koalitionäre erst danach entscheiden: In ein bis zwei Jahren, noch vor der nächsten Kommunalwahl 2020.

Streitigkeiten der Vergangenheit begraben

“Es geht nicht darum, wessen Lieblingslinie es ist, wir dürfen nicht mehr entweder oder entscheiden,” sagte Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid (CSU). Über die Finanzierbarkeit der Strecken sagten die Koalitionäre vorerst nichts, sie appellierten stattdessen an den Bund, den Kommunen mehr Geld zur Verfügung zu stellen und die Zuschussregeln für die Städte zu erleichtern.

Die einzelnen Projekte

– Der neue Stadtteil Freiham soll nicht mit der Tram angebunden werden, sondern mit einer Verlängerung der U5. Dafür soll die Fläche dichter bebaut werden.

– Auch das geplante neue Stadtviertel im Nordosten soll mit der U-Bahn erschlossen werden, die U4 soll vom Arabellapark über Englschalking hinaus verlängert werden.

– Eine neue U26 soll im Münchner Norden die Äste von U3 und U6 zwischen den Haltepunkten Am Hart und Kieferngarten verbinden.

– Die U9 durch das Stadtzentrum von der Implerstraße über die Theresienwiese, den Hauptbahnhof und die Pinakotheken soll auch kommen – und unter anderem den Hauptbahnhof umsteigefrei mit der Fußballarena verbinden.

– Die schon lange diskutierten Trambahnen sollen auch realisiert werden: Nordtangente durch den Englischen Garten, Westtangente von Nymphenburg nach Fürstenried und eine neue Tram 23 Nord von Schwabing zum Frankfurter Ring.

Hierbei geht es nur um die städtischen Verkehrsmittel der Münchner Verkehrsgesellschaft. Die milliardenteure Baumaßnahme für den zweiten Tunnel der S-Bahn-Stammstrecke ist darin nicht enthalten.

Source :

BR

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