Fast jede zehnte Polizeistelle in Bayern ist unbesetzt

Foto: picture-alliance/dpa/Armin Weigel

 

Die Sicherheit der Bürger und Investitionen in den Polizeiapparat sind zentrale Versprechen der CSU. Die Realität sieht allerdings anders aus. In Bayern ist fast jede zehnte Stelle bei der Polizei unbesetzt. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine SPD-Anfrage hervor.

Demnach waren zu Beginn des Jahres 9,7 Prozent der Stellen nicht besetzt. In absoluten Zahlen heißt das: Fast 2.700 Polizisten fehlen im Freistaat. Das kritisiert nun die SPD im Bayerischen Landtag.

Rinderspacher: Stetige Verschlechterung

Ihr Fraktionschef Markus Rinderspacher moniert, entgegen der großspurigen Ankündigungen der Staatsregierung habe sich die Situation an den Polizeiinspektionen im Freistaat im Durchschnitt nicht verbessert. Die Zahl der offenen Stellen sei seit 2015 sogar stetig gestiegen, sagte Rinderspacher. Damals hatte es im Freistaat knapp 2.500 offene Stellen bei der Polizei gegeben.

Rinderspacher kritisiert: “Wenn es darum geht, auf bayerischen Straßen und Plätzen eine Streife zu machen, schaut der Polizeiinspektionsleiter plötzlich mit dem Ofenrohr ins Gebirge. Er macht eine Planung und muss dann feststellen: Eigentlich stehen mir so und so viele Stellen zur Verfügung – aber in Wahrheit sind es zehn Prozent weniger.”

Oberbayern besonders betroffen

Die Zahlen aus dem Innenministerium zeigen: Besonders auffällig ist die Unterbesetzung im nördlichen Oberbayern, wo fast 12 Prozent der Stellen vakant sind. Aber auch in den Polizeipräsidien in Mittelfranken, Nordschwaben und Oberfranken fehlt rein rechnerisch mehr als jeder zehnte Polizist.

Die SPD im Bayerischen Landtag fordert eine realistische Personalaufstockung bei der bayerischen Polizei. Die hat inzwischen fast zwei Millionen Überstunden angesammelt – laut Rinderspacher ein Zeichen für die Belastung der bayerischen Polizisten.

Source :

BR

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