FSC erpresst Sinar Mas APP

Die Wächter der Wälder senden dem indonesischen Papiergiganten ein Ultimatum

Foto: wwf.ch

 

Die globale Hauptgruppe für die Zertifizierung von nachhaltigem Holz hat ein “come-clean” Ultimatum an eines der weltgrößten Papierunternehmen und seine milliardenschweren indonesischen Familienbesitzer geschickt, nachdem es bewiesen hat, dass es tropische Wälder abholzt und durch Proxies operiert. Ein Brief vom Forest Stewardship Council (FSC) vom 28. Mai, den die Associated Press am Mittwoch gesehen hat, verlangt von Sinarmas und der Familie Widjaja vier Forderungen, die sie innerhalb von Tagen erfüllen muss.

Die jahrelange Bemühung des Konglomerats, wieder in den FSC aufgenommen zu werden, dessen bekannter Baumstempel eine einflussreiche Befürwortung auf dem globalen Markt ist, könnten vollständig rückgängig gemacht werden, sollte es sich nicht an die Forderungen halten. Es wurde im Jahr 2007 wegen großer Zerstörung der indonesischen Regenwälder ausgewiesen. Das Ultimatum kommt, nachdem Greenpeace Anfang dieses Monats einen Fünfjahres-Waffenstillstand mit Sinar Mas beendet hatte. Greenpeace führte eine AP-Untersuchung der undurchsichtigen Unternehmensstruktur von Sinar Mas an, und warf dem Konglomerat vor während der gesamten Zeit der Zusammenarbeit tropische Wälder zerstört zu haben.

Sinar Mas Gründer Eka Tjipta Widjaja und seine Familie kontrollieren laut Forbes ein Vermögen von 9 Milliarden Dollar aus Papier, Palmöl, Immobilien und anderen Unternehmen. Der Brief des FSC an die Firma Asia Pulp & Paper des Sinar Mas Konglomerats sagte, dass es eine “Demonstration des höchsten Engagements der Familie Widjaja” nach den Standards des Rates erfordert, die den Schutz der natürlichen Wälder und die Menschenrechte einschließen.

Er fordert bis Montag eine “hochrangige, offizielle und öffentliche Ankündigung” dieser Verpflichtung; vorgeschlagene Abhilfemaßnahmen gegenüber der von Greenpeace belegten Entwaldung, auch bis Montag; eine vollständige Offenlegung der Unternehmensstruktur von Asia Pulp & Paper bis zum 11. Juni, einschließlich der Holzlieferanten, Mantelgesellschaften und Offshore-Gesellschaften sowie deren tatsächliche Eigentümerschaft; und Offenlegung weiterer Verstöße gegen die Standards des FSC bis zum 11. Juni. Asia Pulp & Paper hatte keinen unmittelbaren Kommentar. Es sagte, dass es nicht in der Lage sein wird, den Brief zu kommentieren, es sei denn, der FSC stimmt zu. Der FSC reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

Indonesiens Regenwälder, die zu den größten der Welt gehören, sind ein wichtiger Puffer gegen die globale Erwärmung und ein Zufluchtsort für eine erstaunliche Vielfalt an Wildtieren, einschließlich der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans, Tiger und Nashörner. Aber sie werden schneller abgeholzt als in irgendeinem anderen Land, wodurch die Profite von Papier- und Palmölkonglomeraten steigen und gleichzeitig chronische soziale und ökologische Probleme entstehen. Schneller Waldverlust und Treibhausgasemissionen haben Indonesien nach China, den USA und Indien zum viertgrößten Klimasünder gemacht.

Die Emissionen des Landes steigerten sich im Jahr 2015 als Rekordbrände in der Trockenzeit dazu führten, dass 25.900 Quadratkilometer von Plantagen und Wäldern verbrannten, die durch die Trockenlegung sumpfiger Torfwälder für Plantagen und El Nino-Wetterbedingungen verschlimmert wurden. Der Rauch bedeckte einen Großteil von Indonesien, Singapur, Malaysia und Südthailand in gesundheitsschädlichem Dunst.

Die Untersuchung von Greenpeace, die auch die Analyse von Satellitenbildern beinhaltet, zeigte dass zwei mit Sinar Mas verbundene Unternehmen auf Borneo fast 8.000 Hektar Wald und Moor rodeten, in den fünf Jahren in denen Greenpeace das Konglomerat auf Walderhaltung aufmerksam machte. Der Arm von Asia Pulp & Paper räumte ein, dass Mitarbeiter Anteilseigner eines der Plantagenunternehmen gewesen seien. Die direkte Beteiligung von Sinar Mas an der von Greenpeace benannten zweiten Plantagengesellschaft ist öffentlich bekannt.

Die Untersuchung folgte AP-Geschichten im Dezember, die umfangreiche Verbindungen zwischen Sinar Mas, seinen Papier- und Forstunternehmen und fast allen 27 Plantagenholzlieferanten offengelegte, welche Sinar Mas der Außenwelt als unabhängig darstellt hatte, anscheinend um sein Image grün zu färben. Die meisten Holzlieferanten waren in Sinar Mas-Büros ansässig und gehörten Mitarbeitern der Sinar Mas-Gruppe und teilweise ehemaligen Mitarbeitern.

Unabhängig davon veröffentlichte eine Gruppe von 13 globalen und indonesischen Organisationen für Umwelt und Zivilgesellschaft, darunter WWF und Indonesia Corruption Watch, am Mittwoch einen Bericht über ihre eigenen Untersuchungen zum Besitz von Sinar Mas Holzlieferanten. Der Bericht fand das die Holzlieferanten sich größtenteils im Besitz von derzeitigen und ehemaligen Mitarbeitern des Konglomerats befinden.

Der Bericht fand auch, dass Sinar Mas beträchtliche Flächen kontrolliert, die nicht im Rahmen der Vereinbarung mit Greenpeace im Jahr 2013 in der Zero-Entwaldungsverpflichtung enthalten waren, welche von Asia Pulp & Paper und Sinar Mas Forstunternehmen abgegeben wurde. Der Brief des in Bonn, Deutschland, ansässigen FSC sagte, dass “das Muster der Verwendung von Proxies zur Kontrolle von Operationen ohne legales Eigentum sehr alarmierend ist”. Der Brief sagte, dass diese Proxies und Agenten direkt mit dem Sinar Mas-Imperium in Verbindung gebracht werden, welches dafür “Verantwortlich gemacht wird die Verstöße der Proxies zu Beheben.”

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