Großdemo für eine offene Gesellschaft

MEHR ALS 150.000 MENSCHEN HABEN SICH DER DEMONSTRATION "UNTEILBAR" IN BERLIN ANGESCHLOSSEN. GEMEINSAM DEMONSTRIEREN SIE GEGEN HASS UND RASSISMUS.

Foto: REUTERS

 

Mit etwa 40.000 Teilnehmern haben die Veranstalter der Großkundgebung “Unteilbar” im Vorfeld gerechnet. Diese Zahl wurde jedoch deutlich übertroffen. Am späten Nachmittag sprachen die Veranstalter von mehr als 240.000 Teilnehmern. Nach einer erste Schätzung war gegen 14.30 zunächst die Rede von mehr als 150.000 Teilnehmern gewesen.

“Kein Finale, sondern ein Aufbruch in eine solidarische Gesellschaft”, hieß es in dem Post. Zur Auftaktkundgebung hatten Teilnehmer Sätze wie “Sagt es laut, sagt es klar, wir sind alle unteilbar” vor der Bühne auf dem Alexanderplatz skandiert. Zu sehen waren etliche Transparente, auf denen für eine offene Gesellschaft geworben wurde. Die Polizei wollte zu den Teilnehmerzahlen keine Auskunft geben. Sie würden dies generell nicht tun, sagte ein Sprecher. Die Zahl 240.000 könne er nicht bestätigen, doch Teilnehmer im unteren sechsstelligen Bereich halte man durchaus für realistisch, sagt der Sprecher.

Bei “Unteilbar” handelt es sich um ein breites Bündnis aus Tausenden Vereinen, Verbänden und Organisationen. Dem Bündnis schlossen sich etliche kirchliche Organisationen, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften und Parteien an. Unter anderem die SPD und Pro Asyl hatten zur Teilnahme an der Veranstaltung aufgerufen. Sie demonstrieren gegen die drohende Abschottung Europas, für die Integration von Flüchtlingen, für Bürgerrechte.

Auch Politiker und Prominente gehören zu den Unterstützern der Demonstration. Zuletzt hatte sich Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zu der Veranstaltung geäußert. “Es ist ein großartiges Signal, dass so viele auf die Straße gehen und klare Haltung zeigen: Wir sind unteilbar”, sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deutschland lasse sich nicht spalten, “von rechten Populisten schon gar nicht”.

Diskussionen im Vorfeld

Das Bündnis steht allerdings auch in der Kritik. So hatte Sahra Wagenknecht, Chefin der Links-Fraktion im Bundestag, öffentlich angekündigt, sie und ihre Sammlungsbewegung Aufstehen würden sich an den Protesten nicht beteiligen, obwohl die Linkspartei auf der Demonstration mit einem eigenen Block vertreten sein wird. Die Forderung “offene Grenzen für alle” würde Menschen ausschließen, die gegen offene Grenzen aber auch gegen Rassismus seien.

Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner und andere rügten Wagenknecht wegen ihrer Kritik. “Sahra Wagenknechts ‘Aufstehen’ hat sich in meinen Augen blamiert und diskreditiert”, sagte Kellner dem Redaktions-Netzwerk Deutschland. Dass sich vor allem die AfD über Wagenknechts Kritik an der Demonstration freue, sage doch schon alles.

Die Berliner CDU unterstützt die Großdemonstration ausdrücklich nicht. Anmelder sei ein Anwalt der “Roten Hilfe”, also einer Organisation, die “linksextremistische Verbrecher” unterstütze, sagte Generalsekretär Stefan Evers zum Auftakt eines CDU-Landesparteitags. “Wenn heute demokratische Politiker oder gar Minister Seite an Seite mit linksextremistischen Organisationen durch die Stadt ziehen, dann ist das entweder naiv oder politisch unverantwortlich.”

Source :

spiegel

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*


2 × five =