Hussein K. war länger als gedacht am Tatort

Im Prozess geht es nun vor allem um die Frage, wie alt Hussein K. ist. Foto: picture alliance/Patrick Seege

 

Hussein K. hat bereits gestanden, in Freiburg eine Studentin erst vergewaltigt und dann getötet zu haben. Handy-Daten untermauern diese Angaben. Wie alt der mutmaßliche Afghane ist, ist aber immer noch unklar.

Im Freiburger Sexualmord-Prozess sehen die Ermittler den Tatvorwurf gegen den Flüchtling Hussein K. nach Auswertung von dessen Handy-Daten als erhärtet an.

Die auf dem Mobiltelefon gespeicherten Standort- und Bewegungsdaten belegten, dass Hussein K. in der Tatnacht am Tatort gewesen sei, sagte ein Experte der Kriminalpolizei vor dem Landgericht Freiburg. Er habe sich dort rund eine Stunde und 45 Minuten aufgehalten und damit länger als bislang vermutet. Erst am frühen Morgen habe er sich entfernt.

Hussein K. werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung einer Studentin vorgeworfen. Er hat zugegeben, im Oktober 2016 nachts in Freiburg die 19-Jährige vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben. Die Frau ertrank im Wasser des Flusses Dreisam. Ein Urteil soll es frühestens Mitte März geben.

Wie alt ist Hussein K.?

Das Verfahren ist zusätzlich überschattet von einer Ende Dezember geschehenen Gewalttat, bei der ein angeblich erst 15 Jahre alter afghanischer Flüchtling im rheinland-pfälzischen Kandel seine deutsche Ex-Freundin erstochen haben soll. Die politische Diskussion um die Altersbestimmung junger Flüchtlinge ist damit neu entfacht. Auch Hussein K. will zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Vergewaltigung und Ermordung minderjährig gewesen sein.

Hussein K. war im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen und galt als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling. Er kam in Freiburg zu einer Pflegefamilie. Er sagte, er stamme aus Afghanistan und sei 16 oder 17 Jahre alt. Konkreter wurde er nicht. Von den Behörden überprüft wurden die Angaben nicht, wie Mitarbeiter der beiden beteiligten Jugendämter vor Gericht einräumen mussten. Dafür seien es damals schlicht zu viele Flüchtlinge gewesen. Amtliche Dokumente habe fast keiner von ihnen gehabt.

Zum Prozessauftakt gab K. zu, beim Alter gelogen zu haben und älter zu sein. Mehr sagt er dazu nicht. Die Staatsanwaltschaft hält Hussein K. für mindestens 22 Jahre alt. Entsprechende Gutachten und Zeugenaussagen stützen das.

Source :

n-tv.de

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