Kampf gegen die eigene Sucht: Jenkes härtestes Experiment

JENKE VON WILMSDORFF HAT SICH SCHON DEM ALKOHOL- UND DROGENMISSBRAUCH HINGEGEBEN, LEBTE IN ARMUT, IM ROLLSTUHL ODER IM GEFÄNGNIS. DOCH DER KAMPF GEGEN DIE EIGENE SUCHT WURDE FÜR IHN ZUM SCHWIERIGSTEN EXPERIMENT ALLER ZEITEN.

Foto: MG RTL D / Jürgen Schulsk

 

Sein Vater rauchte 60 Zigaretten am Tag, starb an den Folgen eines dritten Herzinfarktes. Auch Jenke von Wilmsdorff raucht seit seinem 14. Lebensjahr. Doch damit soll Schluss sein. Der Reporter, der bekannt ist für seine Selbstversuche, wagt sich in den Kampf gegen seine Nikotinsucht, festgehalten von den Kameras seiner eigenen Dokumentationssendung “Das Jenke-Experiment”.

Der erste Versuch scheitert

Der erste Versuch des 52-Jährigen scheitert. Seine Partnerin Mia zeigt sich enttäuscht, will ihren Mann aber nicht belehren. Im Gegensatz zu Jenke sagt sie: “Du musst rauchen, ich kann rauchen. Mir war es immer wichtig, dass die Kinder mich nicht rauchen sehen.” Das hat gesessen, denn Jenke erklärt: “Autsch. Mein Sohn raucht, Mias drei Töchter nicht.” Auf einer Pilgertour will Jenke einen zweiten Versuch starten. Er läuft eine Etappe des Jakobsweges, um Klarheit zu bekommen. Fragen, die er klären will: “Warum hänge ich wie ein Idiot am Glimmstängel. Was stimmt nicht mit mir?”

Jenke meckert seine Kollegen während der Dreharbeiten an

Der Verzicht auf Nikotin wirkt sich negativ auf Jenkes Verfassung aus. Er ist genervt, pampt seine Kollegen an. “Er wollte das unbedingt als Sendung”, erklärt seine Regisseurin. “Ich glaube, er hat gedacht, dass es dann für ihn einfacher ist. Jetzt muss er aber feststellen, dass das nicht funktioniert.” Zwei Nächte und drei Tage später greift der Reporter erneut zur Kippe. Der Jakobsweg hat nichts gebracht, eine neue Lösung muss also her.

Rauchfrei dank Drogentrip?

Der Raucher reist nach Südamerika. Dort geht er auf einen Drogentrip, der ihn von der Sucht befreien soll. Klingt widersprüchlich. Ein Schamane soll Jenke in einen todesähnlicher Zustand bringen, mit Hilfe einer Droge, die sich Ayahuasca nennt. Zuerst muss er dabei flüssigen Tabak durch die Nase ziehjen, dann kommt die Droge Ayahuasca. “Das Problem ist, ich bin wie eine Kuh, bis mir schlecht wird, dauert es”, erklärt Jenke, bei dem zunächst keine Wirkung einsetzt. Nach einer zweiten Dosis dann geht es los. Der Journalist befindet sich auf einem Drogentrip, Bilder von einer öligen, schwarzen Masse, die sein Herz umschließt, spielen sich vor seinem inneren Auge ab. “Ich fahre hinab in die Abgründe meiner Psyche, vier Stunden dauert die Reise”, so Jenke.

Der gebürtige Bonner übergibt sich vor laufender Kamera, würgt, kann nicht mal mehr alleine aufstehen. Das Letze, wonach ihm nun sei, sei eine Zigarette. Ganze vier Tage hält sich der Ekel vor der Kippe aufrecht, dann fängt Jenke wieder an zu rauchen. Er trifft einen Nichtraucher-Coach, der ihm erzählt, wie schlecht das Rauchen ist. Doch es hilft nichts, er raucht weiter.

“Du musst es wirklich wollen”

Erst am Grab seines Vaters und nach etlichen Gedanken zum Thema kommt Jenke die Einsicht: “Niemals werde ich den Tag vergessen, als mein Vater tot zusammenbrach, sein dritter Herzinfarkt”, sagt er bedrückt. “Das es so hart sein würde, hätte ich nicht gedacht. Am Ende zählt nur eins: Du musst es wirklich wollen und du musst einen Grund haben, warum du es wirklich willst und den habe ich: Ich will leben und ich will lange leben. Dann ist das Ganze auch gar kein Verzicht, sondern ein Entschluss.” Dass es durchaus auch Tage gibt, an denen er an seine Grenzen kommt und wieder rauchen will, verschweigt er nicht. Doch dann müsse er einfach nur aushalten, einen kurzen Moment.

Experiment geschafft?

Am Ende des Beitrags sind vier Wochen vergangenen, in denen Jenke nur einen einzigen Rückfall hatte. Auch nach der Dokumentation zeigt sich der TV-Star bei “Extra” im Gespräch mit Birgit Schrowange positiv: “Jetzt bin ich Anfang 50 und da hast du eine andere Verantwortung deinem Körper gegenüber.” Dieser Verantwortung scheint er nachzukommen, fünf Wochen hat er bereits nicht geraucht und ist sich sicher: So kann es weitergehen.

Source :

t-online

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