Keine schnelle Entscheidung über Löw-Zukunft

Foto: Andreas Gebert/dpa

 

Kein Schnellschuss: Die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw wird sich nach dem WM-Aus erst mit etwas Abstand klären. Die Fehler-Analyse überlässt DFB-Präsident Grindel anderen.

Die Entscheidung über die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw soll erst in den nächsten Tagen fallen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat sich DFB-Präsident Reinhard Grindel noch in der Nacht nach dem WM-Aus mit Löw in einem Gespräch auf eine weitere Bedenkzeit geeinigt. Darüber hatte zuvor auch die „Sport Bild“ berichtet. „Ich habe gestern Abend mit Jogi Löw gesprochen. Wir sind so verblieben, dass wir in den nächsten Tagen besprechen, wie es weitergeht“, sagte der DFB-Chef demnach.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft war durch ein 0:2 gegen Südkorea am Mittwoch erstmals bei einer WM in der Vorrunde gescheitert. Löw hatte nach dem Aus in Kasan keine sofortige Entscheidung treffen wollen. „Es ist zu früh für mich, die Frage zu beantworten, jetzt brauchen wir ein paar Stunden, um klarzusehen“, sagte Löw. Aus den Stunden könnten nun Tage werden. Löw hatte auch gesagt: „Ich habe die Verantwortung und stehe auch dazu.“

Grindel sieht die Verantwortung zur Turnieranalyse vor allem bei Teammanager Oliver Bierhoff: „Dafür haben wir die sportliche Leitung. Die werden uns das erklären müssen, und dann werden wir Konsequenzen ziehen“, sagte er. Bierhoff ging vorerst davon aus, dass Löw für einen Neuaufbau zur Verfügung steht. „Ich gehe fest davon aus, dass Jogi weitermacht“, sagte Bierhoff unmittelbar nach dem Spiel.

Das DFB-Team kehrt am Donnerstag aus Moskau nach Deutschland zurück. Die Landung des Sonderfliegers LH 343 in Frankfurt war für 14.25 Uhr geplant. Am Flughafen wollen sich dann Grindel, Verantwortliche aus dem Sportlichen Bereich und Spieler äußern.

Noch aus Russland hat sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nach dem historischen Vorrunden-Aus bei der WM in einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit gewandt. Der Wortlaut: “Liebe Fans! Wir sind genauso enttäuscht wie Ihr! Eine WM ist nur alle vier Jahre, und wir hatten uns so viel vorgenommen. Es tut uns leid, dass wir nicht wie Weltmeister gespielt haben. Daher sind wir auch verdient ausgeschieden, so bitter es ist. Eure Unterstützung war super, in Deutschland und in den russischen Stadien. In Rio 2014 haben wir noch zusammen gefeiert. Aber zum Sport gehören auch Niederlagen und das Anerkennen, wenn die Gegner besser waren. Wir gratulieren Schweden und Mexiko zum Weiterkommen und Südkorea zum gestrigen Sieg. DANKE an Russland für die Gastfreundschaft!”

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