König Salman dankt Präsident Erdogan

NACH SEINEM VERSCHWINDEN IN ISTANBUL FEHLT VOM REGIERUNGSKRITISCHEN SAUDISCHEN JOURNALISTEN JAMAL KHASHOGGI NOCH IMMER JEDE SPUR. NUN SPRACHEN ERSTMALS DER TÜRKISCHE STAATSCHEF UND SAUDI-ARABIENS HERRSCHER ÜBER DEN FALL.

Foto: AFP

 

Erstmals seit dem mysteriösen Verschwinden des regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit Saudi-Arabiens König Salman telefoniert. In dem Gespräch sei es darum gegangen, “Licht in den Fall von Jamal Khashoggi” zu bringen, verlautete aus dem Präsidialamt in Ankara.

Das Außenministerium in Riad erklärte, Salman habe in dem Telefonat die “soliden” Beziehungen zwischen beiden Ländern beschworen. Niemand solle “die Stärke dieses Verhältnisses unterlaufen”. Außerdem habe König Salman dem türkischen Staatschef dafür gedankt, dass er einer gemeinsamen Untersuchungskommission zur Aufklärung des Falls Khashoggi zugestimmt habe.

Von Agenten ermordet?

Khashoggi, der als Kolumnist für die Zeitung “Washington Post” arbeitete, hatte am 2. Oktober das saudische Konsulat in Istanbul betreten, um Papiere für seine Hochzeit mit einer Türkin abzuholen. Seitdem ist der 60-Jährige verschwunden. Die türkischen Behörden gehen laut Medienberichten davon aus, dass er von einem aus Saudi-Arabien angereisten Sonderkommando getötet wurde. Es soll demnach Video- und Tonaufnahmen von dem Mord geben. Die Führung in Riad bestreitet die Vorwürfe, ist bisher aber den Beweis dafür schuldig geblieben, dass Khashoggi das Konsulat lebend verließ.

Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens forderten Saudi-Arabien eindringlich auf, Khashoggi Verschwinden aufzuklären. “Wir nehmen diesen Vorfall überaus ernst”, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. Erwartet werde “eine detaillierte und umfassende Antwort” der saudischen Regierung.

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dw

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