Müssen Bitcoin-Gewinne versteuert werden?

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Wer in den letzten Jahren mit nicht allzu zittriger Hand unterwegs war, konnte mit Bitcoins fabelhafte Gewinne erzielen – auf dem Papier. Wer diese tatsächlich realisiert hat, auch in echt. Aber wie immer wenn der Rubel rollt, möchte der Staat mitverdienen.

Wer den Mut hatte, rechtzeitig in die Kryptowährung Bitcoin zu investieren, für den gab und gibt es einiges zu holen. Satte 12.000 Prozent Kurssteigerung waren so allein in den letzten Jahren zu machen. Vor fünf Jahren kostete ein Bitcoin gerade einmal 8 Dollar. Heute sind es rund 14.000. Herzlichen Glückwunsch.

Doch auch bei der virtuellen Geldanlage ist die Investition gar nicht das schwierigste Unterfangen. Oft fällt es Investoren schwer, sich zum richtigen Zeitpunkt wieder zu trennen. Angesichts der genannten Zahlen ist derzeit vielleicht der richtige Moment gekommen, um Gewinne zu realisieren. Denn falls Finanz-Auguren wie Warren Buffet recht behalten, könnte das Märchen bald ein jähes Ende finden. Aber natürlich fällt es an dieser Stelle schwer, Menschen, die derartige Renditen erzielen, gute Ratschläge zu geben.

Nicht jeder muss teilen

Deshalb beschränken wir uns lieber auf das eigentliche Thema. Nämlich: Wie werden Bitcoin-Kursgewinne eigentlich steuerlich behandelt? Damit die Steuer überhaupt ein Thema wird, müssen diese zunächst einmal realisiert werden. Genau wie bei einer Anlage in Aktien auch. Aber anders als Wertpapiere unterliegt der Gewinn von Krypto-Geld nicht der Abgeltungssteuer, sondern wird vom Fiskus als privates Veräußerungsgeschäft gewertet. Gleiches gilt etwa bei Antiquitäten, Immobilien oder auch Kunstwerken. Derlei Vermögensgegenstände sind in der Steuererklärung als “Sonstige Einkünfte” zu deklarieren. Der Gewinn wird dann mit dem jeweiligen persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Verluste können hingegen mit Gewinnen aus anderen Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Jene, die selber schürfen (Mining), müssen die Gewinne hingegen wie solche aus einem Gewerbebetrieb versteuern.

Fahrtenbuch für die Krypto-Rallye

Wer als An- und Verkäufer weniger als 600 Euro mit Bitcoins abräumt, kann sich zumindest angesichts der oben genannten Kursentwicklungen damit trösten, dass bis zu dieser Grenze keine Steuern anfallen.

Es gibt für Bitcoin-Anleger allerdings auch die Möglichkeit, den ganzen Kuchen bei weitaus höheren Gewinnen zu behalten. Nämlich dann, wenn zwischen An- und Verkauf der Bitcoins mehr als ein Jahr liegt. Dann schützt den Gewinn die sogenannte Spekulationssteuer. Die gab es früher auch einmal für Aktien, bevor der Staat auf die Idee gekommen ist, auch unabhängig von der Haltedauer des Investments die Hand aufzuhalten.

Etwas schwieriger wird es aber, wenn die Bitcoins zu unterschiedlichen Zeitpunkten und zu unterschiedlichen Kursen gekauft wurden. Dann ist die sogenannte First-in-first-out-Methode gefragt. Hier wird unterstellt, dass jene Bitcoins, die am frühesten erworben wurden als diejenigen angesehen werden, die auch als erstes verkauft wurden. Kann der An- und Verkauf bestimmter Bitcoins deutlich von anderen Bitcoin-Deals abgegrenzt werden, kommt wieder die Spekulationssteuer ins Spiel. Anleger sind in jedem Fall gut beraten, ihre Transaktionen für das Finanzamt genau zu dokumentieren und sozusagen ein freiwilliges Fahrtenbuch für die Krypto-Rallye zu führen.

Wie auch immer, sollte Buffet doch richtig liegen und man dann seinen Enkeln nicht nur einen wertlosen Depotauszug über den zwischenzeitlichen Reichtum auf dem Papier hinterlassen möchte, sondern liebe eine schicke Villa, sollte eventuell ja doch jetzt über einen Teilverkauf nachgedacht werden. Sich zumindest von der Hälfte seiner Bestände zu trennen, ist ja vielleicht eine ganz gute Strategie. Was man hat, hat man. Geht die Story weiter, gibt es immerhin noch mit 50 Prozent des Einsatzes etwas zu verdienen.

Source :

n-tv.de

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