Öko-Suchmaschine Ecosia will Hambacher Forst kaufen

DIE BETREIBER DER ÖKO-SUCHMASCHINE ECOSIA WOLLEN DEN HAMBACHER FORST KAUFEN. FÜR 200 HEKTAR WALD WOLLEN SIE EINE MILLION EURO ZAHLEN. DAS ANGEBOT WURDE AM DIENSTAG PER FAX AN DEN ENERGIERIESEN RWE VERSCHICKT.

Foto: Patrik Stollarz/AFP

 

Nach dem vorläufigen Rodungsstopp im Hambacher Forst wollen die Betreiber der Suchmaschine Ecosia dem Energiekonzern RWE den Wald abkaufen. “Der Wald soll als Ökosystem und für folgende Generationen erhalten werden. Wir laden andere Unternehmen ein, mitzuziehen”, schrieb das Berliner Unternehmen auf Facebook.

Das Angebot über eine Million Euro für die verbliebenen 200 Hektar Wald hat das im Umweltschutz engagierte Unternehmen am frühen Dienstagmorgen per Fax an RWE geschickt, sagte Génica Schäfgen von Ecosia. Das Angebot sei gültig bis zum 31. Oktober, heißt es in dem Schreiben an RWE-Chef Rolf Martin Schmitz.

Ecosia macht RWE ein öffentliches Kaufangebot für den Hambacher Forst. Der Wald soll als Ökosystem und für folgende Generationen erhalten werden. Wir laden andere Unternehmen ein, mitzuziehen!

Posted by Ecosia on Monday, October 8, 2018

Gericht verfügte Rodungsstopp

RWE hatte einen Großteil des verbliebenen Waldes abholzen wollen, um Braunkohle zu baggern, dagegen gab es viel Protest. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hatte am vergangenen Freitag einen vorläufigen Rodungsstopp verfügt.

“Wir denken, dass so ein fairer Interessenausgleich zwischen RWE und der Bevölkerung gefunden werden kann, und verpflichten uns mit dem Kauf der Fläche, die ökologischen und gesellschaftlichen Interessen gemeinsam mit Organisationen zu verfolgen, die sich für den Schutz des Forsts eingesetzt haben und sich dem Naturschutz widmen”, schreibt Ecosia-Geschäftsführer Christian Kroll an Schmitz. Ecosia-Nutzer haben nach Angaben der Firma bereits mehr als 39,3 Millionen Bäume gepflanzt.

Der Energiekonzern RWE wollte bisher nicht auf den Vorstoß eingehen. “Dieses Angebot kommentieren wir nicht und werden darauf auch nicht reagieren – das Angebot spricht für sich selbst”, sagte ein Unternehmenssprecher.

Rodungsstopp im Wald: Der Tagebau Hambach schiebt sich an den Hambacher Forst. (Archivfoto) (Quelle: Federico Gambarini/dpa)

Ecosia: Haben Rücklagen gebildet

Die Suchmaschine hat nach eigenen Angaben acht Millionen Nutzer. Die Einnahmen von Anzeigenkunden verwendet das Unternehmen nach eigenen Angaben dafür, Bäume zu pflanzen. Zudem würden Rücklagen gebildet, sagte Génica Schäfgen von Ecosia der dpa. Aus diesen Rücklagen wolle man den Hambacher Forst kaufen, erklärte die Country Managerin.

Der Hambacher Forst in Nordrhein-Westfalen ist für viele zu einem Symbol für den Widerstand gegen die klimaschädliche Stromgewinnung aus Kohle geworden. Ecosia geht dem Angebot zufolge davon aus, dass die in RWE aufgegangene Firma Rheinbraun in den 70er Jahren umgerechnet rund 500.000 Euro für den Wald bezahlt hat.

Source :

t-online

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