Özil verteidigt sein Foto mit Erdogan

Foto: dpa

 

DFB-Nationalspieler Mesut Özil hat sich erstmals in der Affäre um das Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geäußert. Auf Twitter veröffentlichte er seine Sicht der Dinge.

Nach Wochen des Schweigens hat Mesut Özil endlich eine ausführliche Stellungnahme zu den Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan veröffentlicht. Darin verteidigt er seine Handlungen.

Er betont: „Das Foto hatte keine politische Botschaft. Ein Bild mit Präsident Erdogan zu machen, war für mich keine Frage der Politik oder einer Wahlempfehlung, es ging mir rein darum, das höchste Amt des Landes meiner Familie zu respektieren“, schreibt er in einem englischsprachigen Statement, welches auf seinen Social-Media-Kanälen zu finden ist.

Zu Beginn der Stellungnahme, welche bereits von Mats Hummels und Ilkay Gündogan mit “Gefällt Mir“ markiert wurde, betont Özil seine Herkunft und seine Erziehung: „Ich bin ich Deutschland aufgewachsen, aber meine Familie ist stark in der Türkei verwurzelt. Ich habe zwei Herzen, ein deutsches und ein türkisches. In meiner Kindheit hat mir meine Mutter beigebracht, immer respektvoll zu sein und nie zu vergessen, wo ich herkomme – an diese Werte denke ich bis heute“.

„Im Mai habe ich Präsident Erdogan in London bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung getroffen. Zum ersten Mal bin ich ihm 2010 über den Weg gelaufen, nachdem er mit Angela Merkel das Spiel zwischen Deutschland und der Türkei in Berlin besucht hatte. Seitdem haben sich unsere Wege viele Male auf der ganzen Welt gekreuzt“.

Weiter schreibt er: „Ich bin Fußballspieler und kein Politiker. Unser Treffen stellte keine Bekräftigung oder Unterstützung jedweder politischer Handlungen dar. Wir haben nur über das Thema gesprochen, über welches wir immer reden: Fußball. Denn Erdogan war in seiner Jugend selbst Spieler“.

„Den Präsidenten nicht zu treffen, wäre respektlos gewesen“

Das Foto von Özil und Ilkay Gündogan mit Präsident Erdogan hatte vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft viel öffentliche Kritik ausgelöst. Anders als Gündogan verweigerte Özil bis heute jede Stellungnahme dazu – wie er auf Twitter schreibt, habe er in den vergangenen Woche Zeit gefunden, um zu reflektieren und über die Geschehnisse der vergangenen Monate nachzudenken.

Nun betont er, dass “deutsche Medien“ die Angelegenheit “anders dargestellt“ hätten: „Den Präsidenten nicht zu treffen, wäre eine Respektlosigkeit gegenüber den Wurzeln meiner Vorfahren gewesen. Mir war es egal, wer Präsident ist, es war vor allem wichtig, dass es der Präsident ist. Es geht um Respekt für ein politisches Amt. Genau wie es die Queen oder Premierministerin Theresa May hatten, als sie Erdogan in London empfingen. Beim deutschen Bundespräsidenten hätte ich nicht anders gehandelt“.

Zum Abschluss der Stellungnahme betont Özil noch einmal, das Amt von der Person zu trennen: „Egal wie die vorherigen Wahlen ausgegangen wären, ich hätte das Foto dennoch gemacht“.

Özils Statement wurde mit „1/3 – Das Treffen mit Präsident Erdogan“ betitelt – Offenbar wird er also noch zwei weitere Stellungnahmen zu anderen Themen veröffentlichen. Wann das geschieht und worum es geht, ist noch nicht bekannt. Sonntag war der erste Tag, an dem er nach seinem Urlaub zum FC Arsenal zurückkehrte, Montag fliegt er mit der Mannschaft für eine Promotour nach Singapur.

Ilkay Gündogan, der bei derselben Berateragentur wie Özil unter Vertrag steht, hatte noch vor Beginn der WM eine sehr ähnliche Stellungnahme veröffentlicht. „Es war nie das Thema, ein politisches Statement zu setzen“, sagte Gündogan.

Source :

Welt

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