Udo Landbauer legt politische Ämter nieder

Foto: Daniel Schreiner

 

Von den judenfeindlichen Texten in einem Liederbuch seiner Burschenschaft will FPÖ-Politiker Landbauer nichts gewusst haben. Der öffentliche Druck ist enorm. Der 31-Jährige spricht von einer “Medienhatz”. Nun zieht der FPÖ-Politiker Konsequenzen.

In der Affäre um ein Buch mit Nazi-Liedern ist der österreichische FPÖ-Politiker Udo Landbauer von allen politischen Ämtern zurückgetreten. Der 31-Jährige kündigte an, sein bei der Landtagswahl in Niederösterreich am Sonntag gewonnenes Mandat nicht annehmen zu wollen. Auch lege er sein Amt als Stadtrat in Wiener Neustadt nieder und seine Mitgliedschaft bei der rechtspopulistischen Partei auf Eis.

Seine Entscheidung begründete Landbauer laut eines Berichts der “Wiener Zeitung” damit, dass die mediale Aufmerksamkeit seit Bekanntwerden der Vorwürfe seinem Umfeld nicht mehr zuzumuten sei. Mit dem Rückzug aus der Politik “nehme ich vor allem meine Familie aus der Schusslinie”, so Landbauer.

Der Jungpolitiker war Vize-Vorsitzender der Burschenschaft Germania, bei der ein Gesangbuch mit judenfeindlichen und volksverhetzenden Lieder entdeckt wurde. Das nährte den Verdacht, dass in den Reihen der FPÖ – entgegen den Beteuerungen der Parteispitze – weiterhin antisemitische Tendenzen verbreitet sind.

Landbauer beklagt “Medienhatz”

Im Zuge der Affäre forderte unter anderem Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Rücktritt Landbauers. Der Kritik zum Trotz trat dieser am Sonntag bei der Landtagswahl in Niederösterreich dennoch als FPÖ-Spitzenkandidat an. Landbauer hatte zuvor angegeben von dem Liedgut nichts gewusst zu haben und beklagte eine “Medienhatz” gegen ihn.

Die niederösterreichische Ministerpräsidentin und ÖVP-Politikerin Johanna Mikl-Leitner, begrüßte die Entscheidung, statt Landbauer nun den Politiker Gottfried Waldhäusl in die Landesregierung zu entsenden. Sie hatte eine Zusammenarbeit mit Landbauer abgelehnt.

Die FPÖ hatte bei der Wahl am vergangenen Wochenende ihren Stimmanteil ausgebaut. Die ÖVP hatte ihre absolute Mehrheit zwar knapp verteidigt, will aber mit der FPÖ über ein Arbeitsübereinkommen verhandeln. ÖVP und FPÖ koalieren auch auf Bundesebene.

Source :

n-tv.de

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