Unicef warnt vor großer Fluchtbewegung aus Afrika

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Es ist eine rasante Entwicklung: Bis 2050 könnte sich die Zahl der Menschen in Afrika auf 2,5 Milliarden verdoppeln. Doch schon in den kommenden 13 Jahren werden die Weichen für die Zukunft des Kontinents entscheidend gestellt, wie der Report „Generation Afrika 2030“ ergibt, den das Kinderhilfswerk Unicef am Donnerstag veröffentlicht hat. Besonders hoch ist der Anteil junger Menschen unter der Bevölkerung. Schon jetzt sind etwa 500 Millionen Afrikaner jünger als 25 Jahre. Unicef zufolge werden im Jahr 2030 rund 750 Millionen Afrikaner jünger als 18 Jahre sein.

„Wir sind in einer kritischen Phase für die Kinder Afrikas“, sagte Leila Pakkala, Unicef-Regionaldirektorin für das östliche und südliche Afrika. Das hohe Bevölkerungswachstum könne eine Chance für den Kontinent darstellen und Millionen Menschen aus der Armut befreien. Dafür sei aber jetzt entschlossenes Handeln nötig, sonst drohe eine „soziale und wirtschaftliche Katastrophe“, die „Millionen (Menschen) zur Flucht zwingen“ würde.

„Nicht zu handeln wird angesichts der Größenordnung von Afrikas demografischem Wandel höhere Kosten nach sich ziehen als je zuvor“, warnte Unicef in dem Bericht. Eine Kombination aus massivem Bevölkerungswachstum, den Risiken des Klimawandels, einer rapiden Urbanisierung und dem Mangel eines sozialen Netzes könne zu massiv steigender Arbeitslosigkeit, Armut und neuen Fluchtbewegungen führen.

Im Niger bekommen Frauen im Schnitt 7,2 Kinder

Die Geburtsrate in Afrika ist Unicef zufolge immer noch deutlich höher als im Rest der Welt: Jede afrikanische Frau im Alter von 15 bis 49 Jahren bekommt statistisch gesehen 4,5 Kinder, weltweit sind es nur 2,5 Kinder. Die höchste Geburtsrate der Welt hat weiterhin der Niger. In dem westafrikanischen Staat, einem der ärmsten Länder der Welt, haben Frauen im Schnitt 7,2 Kinder.

Eine der wichtigsten Maßnahmen, um die Geburtenrate zu senken und für mehr Wirtschaftswachstum zu sorgen, sei es, Mädchen möglichst lange in der Schule zu halten. „Kinderehen führen zu einer höheren Geburtenrate, wohingegen qualitativ gute Bildung (für Mädchen) zu niedrigeren Geburtsraten und höherer Produktivität führt“, hieß es in dem Bericht. In West- und Zentralafrika zum Beispiel heiraten 40 Prozent aller Frauen noch vor dem 18. Lebensjahr.

„In Gesundheitsversorgung, den Schutz von Kindern und Bildung zu investieren muss von jetzt bis 2030 zur absoluten Priorität für Afrika werden“, so Pakkala. In den nächsten 13 Jahren seien allein zusätzlich vier Millionen Fachkräfte im Gesundheitssektor und knapp sechs Millionen Lehrer nötig.

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Welt

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