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Berliner Löwe: Tatverdächtiger Familienmitglied Plädiert Für Vermisstes Tier

Ein Mitglied einer berüchtigten deutschen Verbrecherfamilie hat seine Hilfe bei der Gefangennahme einer mutmaßlich entkommenen Löwin am südlichen Stadtrand von Berlin angeboten.

Nachdem die Polizei über ein freilaufendes Wildtier informiert wurde, suchte sie bereits seit mehr als einem Tag, konnte es aber noch nicht finden.

Jetzt sagte der Sohn des Oberhaupts der Remmo-Familie, er könne „die Löwin zurück in ihr Gehege führen“.

Firas Remmo hat die Behörden aufgefordert, die Kreatur nicht zu erschießen.

In einem Beitrag in den sozialen Medien forderte er jeden, der Informationen über den Aufenthaltsort des Tieres hat, auf, „ihm zuerst Bescheid zu geben“, damit er einschreiten könne, „bevor irgendein Idiot sie erschießt“.

Es ist nicht das erste Mal, dass er mit Großkatzen in Verbindung gebracht wird. Im Dezember veröffentlichte er online ein Video von sich und einem Tigerjungen mit der Überschrift „mein neues Lieblingshaustier“, was eine polizeiliche Untersuchung auslöste.

Es ist immer noch nicht klar, ob es sich bei dem gesuchten Tier um eine Löwin handelt, da in den Gebieten, in denen das Tier angeblich gesichtet wurde, weder Pfotenabdrücke noch DNA-Material wie Tierabfälle gefunden wurden.

Allerdings teilte die Polizei der BBC mit, dass sie ein weit verbreitetes Video aus der Gegend von Kleinmachnow für authentisch halte.

Sie sagten, zwei Beamte hätten das Tier am Donnerstag über Nacht in etwa 20 Metern Entfernung gesehen und es als „Großkatze“ identifiziert.

Andere sind sich nicht so sicher. Ein Experte sagte dem Berliner Lokalradio RBB, dass das Tier anhand der Aufnahmen, die er gesehen habe, eher wie ein Wildschwein aussehe, was in der Region häufig vorkomme.

Lokale Zoos, Tierheime und Zirkusse gaben an, dass keine Löwen aus ihren Einrichtungen entkommen seien.

Die Suche nach dem Tier wurde am Freitag intensiviert, nachdem sie auf Empfehlung von Experten über Nacht reduziert worden war.

Rund 120 Polizisten und Wildtierexperten, etwa Tierärzte, durchkämmen inzwischen die örtlichen Waldgebiete. Auch Drohnen, Helikopter und Wärmebildkameras kommen zum Einsatz.

Der Bürgermeister von Kleinmachnow, Michael Grubert, sagte, das erste Ziel der Mission zur Lokalisierung des Tieres sei es gewesen, es zu fangen, aber dass „Polizeibeamte nur dann andere Maßnahmen ergreifen werden, wenn ihr Leben oder das Leben anderer gefährdet ist.“

Rund ein Dutzend mögliche Sichtungen des Tieres wurden der Polizei über Nacht gemeldet, unter anderem im wohlhabenden Stadtteil Zehlendorf, der innerhalb der Berliner Stadtgrenzen liegt.

Die Beamten waren jedoch nicht erfreut, als junge Leute in der Nähe des Suchgebiets über einen Lautsprecher lautes Löwengebrüll abspielten.

„Das hilft weder der örtlichen Gemeinde noch der Polizei bei der Suche nach dem Tier“, sagte Polizeisprecherin Kerstin Schröder gegenüber dem RBB.

Paul Landau, der in der ursprünglich durchsuchten Gegend lebt, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er glaube, dass sich eine gefährliche Person in der Gegend befinde.

„Zuerst war nicht klar, dass es sich um eine Löwin oder ein wildes Tier handelte. Sie sagten nur, Türen und Fenster geschlossen zu halten und niemanden ins Haus zu lassen“, sagte er.

„Also dachten wir, es ginge um eine Person, nicht um ein Tier.“

Den Bewohnern wurde außerdem geraten, ihre Haustiere bei sich zu behalten und Waldgebiete zu meiden.

Wildtierexperte Heribert Hofer vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung sagte gegenüber Reuters, dass jeder, der einem Wildtier begegnet, lieber anhalten als weglaufen sollte.

„Außerdem sollte man es nach Möglichkeit vermeiden, dem Tier den Rücken zuzuwenden. Und man sollte es auch vermeiden, dem Tier direkt in die Augen zu schauen.“

Die Behörden hatten ihre Suche auf ein großes Gebiet neben einem Wald konzentriert, in dem Menschen mit ihren Hunden spazieren gehen, da sie vermuteten, dass die Löwin dort geschlafen haben könnte.

Am Donnerstagabend teilte die Polizei einem Anwohner mit, dass sie die Löwin „gerade gesehen“ habe und dass die Suche nach dem Tier in eine „heiße Phase“ getreten sei, berichtete die deutsche Zeitung Bild Wald schnell”.

Laut Herrn Hofer ist die private Haltung von Großkatzen in Berlin zwar illegal, im Nachbarland Brandenburg, dem Bundesland rund um die deutsche Hauptstadt, ist dies jedoch möglich.

Allerdings müsse der Besitzer über ein Zertifikat verfügen und weitere strenge Anforderungen erfüllen, sagte er gegenüber der Deutschen Welle.

Vanessa Amoroso, Leiterin der Wildtierhandelsabteilung bei Vier Pfoten, sagte, die inkonsistenten Gesetze in ganz Europa machten den Handel mit Großkatzen viel einfacher, da sie in vielen Ländern als Haustiere erlaubt seien.

Sie forderte die Bundesregierung auf, den Handel und die Haltung exotischer Tiere zu regulieren.

„Deutschlands Position als einer der weltweit größten Märkte für Wildtiere als Heimtiere erfordert wirksame Maßnahmen, um der Leichtigkeit entgegenzuwirken, mit der potenzielle Käufer Tiere über Online-Plattformen und Börsen erwerben können“, fügte sie hinzu.

Loïs Lelanchon vom International Fund for Animal Welfare sagte, der Trend zur Haltung exotischer Haustiere sei durch soziale Medien angeheizt worden, wobei Großkatzen als Statussymbol angesehen würden.

„Dieser rücksichtslose Trend muss gestoppt werden, um zu verhindern, dass Tiere leiden und Menschenleben riskieren“, sagte er.

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