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Hunderte Eritreische Oppositionsanhänger in Stuttgart Festgenommen


Mehr als 200 eritreische Oppositionsanhänger wurden in Deutschland nach Zusammenstößen mit der Polizei festgenommen.

Die Gewalt brach aus, als am Samstag in der Stadt Stuttgart ein eritreisches Kulturfestival beginnen sollte.

Das Festival wurde von Anhängern des eritreischen Regimes organisiert, die dem eritreischen Präsidenten Isaias Afwerki treu ergeben sind.

Die zum Tatort entsandten Polizisten sahen sich mit „massiver Gewalt“ zwischen den beiden verfeindeten Gruppen konfrontiert, sagte der stellvertretende Polizeikommissar.

„Weder das Ausmaß noch die Intensität der Gewalt war im Vorfeld erkennbar“, sagte Carsten Höfler am Samstag in einer Stellungnahme.

Beamte seien mit Schlägern, Nägeln, Metallstangen, Flaschen und Steinen angegriffen worden, heißt es in der Erklärung weiter.

Sechs Beamte wurden ins Krankenhaus eingeliefert, während 228 Personen festgenommen wurden.

Die Gewalt wurde von Beamten der Stadt verurteilt.

„Wir müssen entschieden gegen das Entstehen von Konflikten aus anderen Staaten auf deutschem Boden vorgehen“, sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper laut dpa.

Das Chaos folgt auf eine Reihe ähnlicher Proteste in jüngster Zeit. Während Eritrea den 30. Jahrestag seiner Unabhängigkeit von Äthiopien feiert, wurden in den letzten Monaten von Mitgliedern seiner Diaspora Feste abgehalten, von denen viele in Konflikten endeten.

Eritrea, eines der ärmsten Länder Afrikas, ist ein Einparteienstaat mit einer repressiven und stark militarisierten Gesellschaft. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind Hunderttausende Eritreer aus dem Land geflohen.

Reporter ohne Grenzen bewertet Eritrea als das Land mit der schlechtesten Pressefreiheit weltweit, sogar niedriger als Nordkorea, da alle Veröffentlichungen und der Zugang stark von der Regierung kontrolliert werden.

Im August kam es nach einer Kulturveranstaltung in Stockholm, Schweden, zu Protesten, bei denen mehr als 50 Menschen verletzt wurden und Festivalzelte und Stände in Brand gesteckt wurden.

Im Juli setzte die deutsche Polizei Schlagstöcke und Pfefferspray ein, um Menschenmengen niederzuschlagen, die ein eritreisches Musikfestival ins Visier nahmen, nachdem Anhänger der Opposition die Veranstaltung als „Propagandaübung der eritreischen Regierung“ bezeichnet hatten.

Anfang des Monats kündigte der israelische Präsident Benjamin Netanjahu Pläne zur Abschiebung eritreischer Asylsuchender an, die an Unruhen in Tel Aviv beteiligt waren.

Am 3. September im Anschluss an ein Kulturfestival setzte die israelische Polizei Blendgranaten, Tränengas und Kugeln mit Schwammspitze gegen Hunderte eritreische Regimegegner ein.

Letzten Monat wurde ein dreitägiges eritreisches Kulturfestival in Toronto, Kanada, abgesagt, nachdem Anhänger und Gegner des eritreischen Regimes aneinandergeraten waren.

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