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Waldbrände: Feuer-Drama in Mecklenburg-Vorpommern

Waldbrände sind höchst gefährlich – doch Waldbrände auf Flächen mit Munitionsbelastung sind noch viel schlimmer. Die Feuerwehr im nordöstlichsten deutschen Bundesland kämpft gegen die Flammen.

Die Feuerwehren im westlichen Mecklenburg-Vorpommern stemmen sich gegen zwei große Waldbrände auf ehemaligen Truppenübungsplätzen. Bei Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim stehen nach Angaben von Landrat Stefan Sternberg weiterhin rund 100 Hektar in Flammen.

Der Ortsteil Volzrade wurde evakuiert. Mehr als 150 Menschen mussten die Nacht in einer Notunterkunft oder bei Freunden und Verwandten verbringen. “Der Tag wird heute noch einmal prickelnd”, sagte Sternberg mit Blick auf vorhergesagte Böen bis Stärke sechs. Weil sich “zu viele Schaulustige” im Wald aufgehalten hätten, sei aus Sicherheitsgründen ein Betretungsverbot verhängt worden.

Etwa 25 Kilometer nördlich von Lübtheen habe sich ein zweiter Waldbrand bei Hagenow auf ein Gebiet von 45 Hektar ausgeweitet. In diesem Gebiet nähre allerdings deutlich weniger Totholz das Feuer. Hier wie dort detoniert immer wieder zurückgelassene Munition, die auf beiden Ex-Militärflächen im Waldboden liegt. Sternberg sagte, nach jeder Explosion zeige die Wärmebildkamera ein Hitzenest sowie Funkenflug, der vom Wind weitergetragen werde.

Diese wie auch zwei weitere Feuer waren am Montag aus bislang ungeklärter Ursache ausgebrochen. Mehr als 450 Einsatzkräfte sind im Einsatz, neben der Feuerwehr auch Angehörige des Technischen Hilfswerks und der Polizei. Unterstützt werden sie von einem Bergepanzer der Bundeswehr und einem Löschhubschrauber. Dieser musste wegen der internationalen Luftwaffenübung “Air Defender 23” allerdings zwischenzeitlich am Boden bleiben, weil Militärmaschinen das Gebiet überflogen. Der Landkreis stimmte sich mit der Bundeswehr ab, um zu erreichen, dass die Übungsflüge die Region aussparen.

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen hatte vor vier Jahren einer der größten Waldbrände in Mecklenburg-Vorpommern gewütet. Damals wurden innerhalb von sechs Tagen rund 1200 Hektar Wald vernichtet. In der Folge wurden zusätzliche Schneisen in den Wald geschlagen und zahlreiche Tiefbrunnen angelegt, um Feuer im Forst besser bekämpfen zu können.

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