Der langjährige ukrainische Botschafter Andrij Melnyk verlässt Deutschland in Richtung Kiew

Der bekannteste diplomatische Skandal von Botschafter Andrij Melnyk sagt, Bundeskanzler Olaf Scholz solle keine „beleidigte Leberwurst“ sein, obwohl er in seiner jüngsten öffentlichen Spucke als Antwort auf Elon Musk Obszönitäten benutzte.

Der langjährige ukrainische Botschafter Andrij Melnyk ist am Samstag von Berlin nach Kiew abgereist und wird voraussichtlich eine neue Stelle im ukrainischen Außenministerium antreten.

Er verließ seinen Dienstsitz in Berlin gegen 10 Uhr.

Am Montag soll sein Nachfolger Oleksii Makeiev die Leitung der ukrainischen Botschaft in Berlin übernehmen.

Der Wechsel wird erst dann offiziell, wenn Makeiev sein Beglaubigungsschreiben offiziell vorlegt und von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier akkreditiert wird. Für diesen Termin steht noch kein Termin fest.

Wer ist der scheidende Botschafter Melnyk?

Andrij Melnyk, 47, wurde im Januar 2015 zum Botschafter in Deutschland ernannt, ein Jahr nachdem Proteste auf dem zentralen Maidan-Platz in Kiew den von Russland unterstützten Führer Viktor Janukowitsch verdrängt hatten und Russland die Krim annektierte, während es Feindseligkeiten in der Donbass-Region in der Ostukraine auslöste.

Während seiner Zeit in Berlin nahm Melnyk eine kritische Haltung gegenüber der deutschen Führung und ihrer Haltung gegenüber Russland ein . Für einen Botschafter war er ungewöhnlich freimütig, machte er doch häufig als Gast in deutschen Talkshows die Runde.

Seit dem 24. Februar, als Russland in die Ukraine einmarschierte, wurde Melnyk in Deutschland zu einer Art Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Immer wieder forderte er die Bundesregierung zur Lieferung von Kampfpanzern und Flugabwehrsystemen auf und kritisierte Verzögerungen oder Zögern, die in einem nach dem Zweiten Weltkrieg pazifistisch geprägten Land an der Tagesordnung seien.