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Deutschland erfüllt nach NATO-Schätzung erstmals Zwei-Prozent-Ziel


Deutschland wird im laufenden Jahr bei den Verteidigungsausgaben das Zwei-Prozent-Ziel der NATO erfüllen. Wie aus einer neuen Übersicht des Bündnisses hervorgeht, meldete die Bundesregierung Ausgaben in Höhe von 90,6 Milliarden Euro. NATO-Generalsekretär Stoltenberg lobte bei einem Treffen mit US-Präsident Biden die Entwicklung.

Das entspricht einem Anteil von 2,1 Prozent des prognostizierten Bruttoinlandsprodukts. Die Quote würde damit höher liegen als noch zu Jahresbeginn erwartet. Nach Angaben der NATO wird mit 23 Ländern nun eine große Mehrheit der Länder in diesem Jahr das Zwei-Prozent-Ziel erreichen. Spitzenreiter bei der Quote sind derzeit Polen mit Verteidigungsausgaben in Höhe von 4,12 Prozent des BIP und Estland mit 3,43 Prozent. Beide Länder liegen damit noch vor den USA, die 2024 nach den jüngsten Schätzungen auf 3,38 Prozent kommen dürften. Schlusslichter im Ranking sind Länder wie Spanien, Slowenien und Luxemburg, die derzeit bei unter 1,3 Prozent liegen.

Stoltenberg lobt „größte Steigerung seit Jahrzehnten“

Insgesamt werden die derzeit 32 NATO-Staaten nach jüngsten Schätzungen im Jahr 2024 rund 1,5 Billionen US-Dollar (etwa 1,4 Billionen Euro) für Verteidigung ausgeben. Die Inflation und Wechselkursschwankungen herausgerechnet würde dies im Vergleich zum Vorjahr insgesamt einem Anstieg um 10,9 Prozent entsprechen. Die europäischen Alliierten und Kanada allein würden den Angaben zufolge sogar auf ein Plus von 17,9 Prozent kommen.

NATO-Generalsekretär Stoltenberg lobte bei einem Treffen mit US-Präsident Biden in Washington die Entwicklung als „größte Steigerung seit Jahrzehnten“. Die Zahlen zeigten, dass die europäischen Bündnispartner und Kanada ihren Teil der Verantwortung für den Schutz aller Mitglieder des NATO-Bündnisses übernähmen. Biden sprach von einer „Rekordzahl“ an Verbündeten, die die Zielmarke für Verteidigungsausgaben nun erreichten. Stoltenberg war zur Vorbereitung des NATO-Gipfels aus Anlass des 75. Geburtstags des Verteidigungsbündnisses nach Washington gereist, der im kommenden Monat in den USA stattfindet.

Mit der Anhebung ihrer Verteidigungsausgaben reagieren die Alliierten insbesondere auf Russlands Einmarsch in die Ukraine. Die NATO-Staaten hatten die Zwei-Prozent-Marke im Jahr 2014 formuliert. Im vergangenen Jahr hatten nach Angaben der Allianz elf der Verbündeten die Marke erreicht oder übertroffen.

Quelle: Deutschlandfunk

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